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Bautechnik 2017

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Gute Gründe

Österreich glänzte mit neuen Technologien am 5-Länder-Kongress in Tokaj

Alle zwei Jahre haben sich die Veranstaltungsländer Österreich, Tschechien, Polen, Ungarn und Kroatien verpflichtet, Erfahrungen über aktuellste Technologien auf dem Sektor Betontechnik auszutauschen. Nach dem 11. CCC-Kongress 2015 in Hainburg fand er heuer in Tokaj (Ungarn), einer Stadt, die bis nach Amerika für besonders guten Wein bekannt ist, statt. Somit waren in Tokaj vom 30. August bis 1. September erstmals mehr Fachleute für Bauwesen als Weinexperten vertreten. Bei den 50 Vorträgen glänzte besonders der Mitveranstalter, die Österreichische Bautechnik Vereinigung (öbv), vertreten durch Bauherrn, Baufirmen, Ingenieurbüros, Zulieferfirmen, Universitäten und Fachhochschulen aus Österreich, die neue Technologien in der Betontechnik vorstellten.

Bild 1: UHPC-Brücken, als dauerhafter Systembaukasten

So wurden Systembrücken aus ultrahochfestem Beton (UHPC) mit Spannweiten von 12.5 m, aber auch 22.5 m bis hin zu 32.5 m vorgestellt. Der neue Baustoff UHPC ermöglicht bei werkstoffgerechter Anwendung neue Perspektiven im konstruktiven Ingenieurbau, wie Ressourceneffizienz und formschöne Gestaltung. Die für diese Bauweise erforderliche Schlankheit implementiert ein räumliches Konstruieren unter Nutzung der geometrischen Steifigkeiten. Das Material UHPC erfüllt die idealen Voraussetzungen zur Umsetzung von dauerhaften Lösungen im Brückenbau.

Bild 2: Neue Weisse Wanne ohne risseverteilende Bewehrung an der S7

Auch wurde das ASFINAG-Pilotprojekt einer weißen Wanne ohne rissverteilende Bewehrung in Tokaj vorgestellt. Nachdem die Anwendung eines klinkerreduzierten Betons zusammen mit einer nummerischen Rissindexberechnung erfolgreich beim öbv-FFG-Projekt „Weiße Wanne West“ in den Jahren 2009-2011 mittels Großversuchen erprobt worden war, soll dieses Konzept nun großflächig in die Praxis überführt werden. Auf der Neubaustrecke S7 Fürstenfelder Schnellstraße der ASFINAG wurde kürzlich die Ausschreibung für ein ca. 850 m langes und ca. 32 m breites Wannenbauwerk einschließlich umfangreicher Rampen in Wannenlage fertiggestellt. Dabei wurde auf eine rissverteilende Bewehrung verzichtet und stattdessen nur eine auf das Notwendigste reduzierte Oberflächenbewehrung für die bis zu 1,80 m dicke Bodenplatte vorgesehen. Durch die Minimierung der Bewehrung wird eine Ersparnis von 0,5 bis 1 Million Euro erwartet. Das Projekt wird, sobald alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ausgeschrieben und umgesetzt.

Bild 3: A5-Satzengrabenbrücke mit wartungsfreier Übergangskonstruktion

Ein weiterer Beitrag war die A5-Satzengrabenbrücke. Mit 112 m gilt sie als längste integrale Brücke in Österreich und wurde mit einer, an der TU Wien entwickelten, innovativen, wartungsfreien Fahrbahnübergangskonstruktion erstmals umgesetzt.Die Fahrbahnübergangskonstruktion ermöglicht, dass der Asphaltbelag kontinuierlich über den Dammbereich auf die Brücke geführt werden kann. Dies erhöht den Fahrkomfort wesentlich und minimiert den Wartungsaufwand. Die integrale Bauweise ermöglichte eine schlanke und subtile Form des Bauwerks und verleiht der Konstruktion eine skulpturhafte Erscheinung.

Bild 4: Tiroler Sannabrücke, ein Spannbetontragwerk als Alternative zum Verbund

Als ein weiteres Highlight innovativer Ingenieurkunst gilt die 166 m lange Sannabrücke am Westportal des Perjentunnels, die im Vorfeld des Tunnelneubaues errichtet werden musste, um eine geordnete Zufahrtsmöglichkeit zu gewährleisten. Die beauftragte Firma Swietelsky Bau GmbH sah mit ihrem Alternativangebot anstelle eines Verbundquerschnittes die Errichtung eines Spannbetontragwerkes mit einem Gesamtgewicht von 5.400 Tonnen vor, das um 2,35 m erhöht errichtet wurde und schließlich innerhalb von nur 9 Tagen auf seine endgültige Lage gebracht wurde.

Aber nicht nur baufachlich glänzte der 12. CCC-Kongress in Tokaj, denn vor dem Galadinner versuchten sich die Kongressteilnehmer auch als Weinexperten im größten Weinkeller Tokajs. Wir dürfen schon gespannt sein welche praxisgerechte Ideen 2019 in Kroatien beim 13. Fünfländer-Kongress präsentiert werden.

Bild 5: Vielseitigkeit war neben baufachlichen Wissen gefragt

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